Eine Immobilie in Spanien zu finanzieren ist auch als deutscher Käufer problemlos möglich – wenn man weiß, wie. Wir erklären die wichtigsten Optionen und begleiten Sie bei der Auswahl der passenden Lösung.
Drei Wege zur Finanzierung
1. Spanische Hypothek (Hipoteca)
Die meisten spanischen Großbanken (Banco Santander, BBVA, CaixaBank, Sabadell, Banco Sabadell) finanzieren auch Nicht-Residenten. Die typischen Konditionen für deutsche Käufer:
- Beleihungswert: 60–70% des Kaufpreises (bei Erstwohnsitz bis 80%)
- Laufzeit: 20–25 Jahre, max. bis Alter 70–75
- Zins: Wechselt zwischen Festzins und variabel (Euribor + Marge)
- Anforderungen: Monatsrate max. 30–35% des Netto-Einkommens
2. Deutsche Bank mit Auslandsfinanzierung
Einige deutsche Banken (z.B. Sparkassen, Volksbanken oder spezialisierte Auslandsfinanzierer) finanzieren spanische Immobilien gegen Sicherheiten in Deutschland. Vorteile: meist günstigere Zinsen, vertraute Sprache. Nachteil: oft strengere Anforderungen und höherer Eigenkapitaleinsatz.
3. Beleihung der deutschen Immobilie
Wer in Deutschland bereits eine schuldenfreie Immobilie besitzt, kann diese beleihen, um den Kauf in Spanien zu finanzieren. Diese Variante ist oft die günstigste – aber bedenken Sie: Sie haften mit der deutschen Immobilie.
Was Sie für eine spanische Hypothek brauchen
- NIE-Nummer (Spanische Steuernummer für Ausländer)
- Reisepass oder Personalausweis
- Einkommensnachweise der letzten 3 Monate (Gehaltsabrechnungen)
- Letzte Einkommensteuererklärung
- Kontoauszüge der letzten 6 Monate
- SCHUFA-Auskunft (oder spanische Bonitätsauskunft)
- Nachweise über bestehendes Vermögen
- Bei Selbständigen: Bilanzen der letzten 2 Jahre
Welche Nebenkosten kommen auf Sie zu?
Zusätzlich zum Kaufpreis sollten Sie etwa 11–13% Nebenkosten einplanen:
Bei Neubau (Erstverkauf vom Bauträger)
- 10% IVA (spanische Umsatzsteuer auf den Kaufpreis)
- 1,5% AJD (Stempelsteuer)
- 0,5–1% Notar- und Grundbuchgebühren
- 1% Anwaltskosten (dringend empfohlen!)
- 0,5–2% Hypothekarsteuer und Bankgebühren bei Finanzierung
Bei Bestandsimmobilie (Wiederverkauf)
- 6–10% ITP (Grunderwerbsteuer, je nach Region)
- Übrige Posten wie oben
Beispielrechnung: 400.000 € Kaufpreis (Neubau)
- Kaufpreis: 400.000 €
- IVA (10%): 40.000 €
- AJD (1,5%): 6.000 €
- Notar/Grundbuch: 3.000 €
- Anwalt: 4.000 €
- Gesamtkosten: ca. 453.000 €
Tipps aus der Praxis
- Vergleichen Sie: Hypotheken-Konditionen unterscheiden sich stark zwischen den Banken
- Verhandeln Sie: Spanische Banken sind oft verhandlungsbereit, besonders bei guter Bonität
- Bankkonto in Spanien: Wird für die Finanzierung benötigt – wir helfen bei der Eröffnung
- Wechselkurse beachten: Bei Überweisungen aus dem Ausland kann der Kurs Differenzen verursachen
- Versicherungen: Spanische Banken verlangen oft Lebens- und Gebäudeversicherung
Wir beraten Sie kostenlos
Über unser Netzwerk vermitteln wir Ihnen die passende Bank und unterstützen Sie bei der Antragstellung. Diese Beratung ist für Sie kostenlos – wir möchten, dass Sie eine fundierte Entscheidung treffen.